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Vortrag

Mobile Erfassung personenbezogener medizinischer Daten in der klinischen Routine: Datenquelle für epidemiologische Studien


7. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie (DGEpi)
Regensburg; 28.09.12



Abstractband / Tagungsband

Abstractband 7. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie (DGEpi), Regensburg, 26.-29.09.2012


ISBN
Verlag
Ort der Konferenz
Volume
Edition
Seiten 94 - 95
Peer reviewed ja


Abstract

Die tradierte separierte Erfassung von Versorgungs- und Studiendaten in klinisch-epidemiologischen Studien kann durch zeitgleiche elektronische Erfassung mit einheitlicher Methodik überwunden werden. Das Erfassungswerkzeug muss unterbrochenen Netzwerkzugang tolerieren, den Informed Consent, den Einschluss von Studienpatienten sowie Referenzen zu weiteren Datenquellen wie z.B. Funktionsdiagnostik, Labor- und Bilddaten abbilden und den Export in eine Patientenakte unterstützen. Ein Java-basierter Rich Client setzt diese Anforderungen auf mobilen Touchscreen-Geräten um. Eine verschlüsselte H2-Datenbank übernimmt im Offline-Modus die sichere Zwischenspeicherung der Daten. Bei Wiederverfügbarkeit einer Netzverbindung erfolgt die Synchronisation zum zentralen Server. Zugriffe am mobilen System sind durch ein Rechte-Rollen-System geregelt. Parallele Dateneingaben im Offline-Modus werden über einen Master Patient Index teilautomatisiert zusammengeführt. Einwilligung und Schweigepflichtentbindung werden elektronisch in einem zentralen Consent Manager erfasst und können bei weiteren Patientenkontakten modifiziert werden. Die Umsetzbarkeit des Grundkonzepts ist belegt [1]. Im Projekt GANI_MED (Greifswald Approach to Individualized Medicine) kommt eine erweiterte und verbesserte Version dieses Grundkonzeptes zum Einsatz. Damit wurden bislang Daten von über 1100 Patienten für 8 Kohorten erfasst und in ca. 7000 Variablen einer Datenbank abgebildet. Synchronisation und Zusammenführung zeitlich parallel erfasster Daten erwiesen sich als Herausforderung. Verbesserte Ergonomie der Formulare beeinflussen Vollständigkeit und Korrektheit sowohl der durch medizinisches Personal erhobenen Daten als auch der Patientenselbsteingaben (z.B. Übungsfeld für Unterschriften). Die Datenqualität kann durch Schulungen der Studienmitarbeiter signifikant verbessert werden. Pseudonymisierung, Re-Identifikation und Datentransfer in Forschungsprojekte sind Funktionen einer zentralen Plattform, an die das Erfassungswerkzeug als Datenquelle angebunden ist. Eine mobile, elektronische Erfassung von Daten in der klinischen Routine vermeidet redundante Datenerfassung und Medienbrüche, reduziert Nacharbeiten, entlastet medizinisches Personal und ermöglicht eine unmittelbare elektronische Weiterverarbeitung. Die Softwarearchitektur unterstützt Adaptierungen für ähnliche Projekte. Überschreitet der Funktionsumfang des Systems den eines "intelligenten elektronischen Papiers", ist die Software u.U. als Medizinprodukt anzusehen.

Beteiligte Departments

Community Medicine

Projekte

GANI_MED Teilprojekt SB3: Medizininformatik (Kohortenmanagement und Forschungsplattform)
GANI_MED Greifswald Approach to Individualized Medicine (Projektverbund)

Beteiligte Departments

Community Medicine

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